Sicherheitstechnik

In den letzten Jahren verzeichnet man „eine bemerkenswerte Steigerungsrate“ von Einbrüchen in nordrheinwestfälische Haushalten, erklärt Sicherheitsexperte Volker Schirrmacher. Er erläutert Auswege und Lösungen.

Der einfachste Tipp ist immer noch der wichtigste: Wer die Wohnung oder das Haus verlässt, sollte alle Fenster schließen und die Türen nicht nur ins Schloss fallen lassen, sondern sie absperren. Laut Experten kann sonst auch der Versicherungsschutz erlöschen. Besonders gefährdet sind Häuser im Umkreis der Autobahn A4, der sogenannten „Aggerschiene“. Denn es sind „in den allermeisten Fällen reisende Täter“, weiß Polizeihauptkommisar Jörg Dzuballa. „Schnell hin, schnell weg, lautet ihre Devise.“ Damit es nicht so schnell geht empfiehlt Volker Schirrmacher vom gleichnamigen Nümbrechter Sicherheitstechnikunternehmen, in Fenster und Terrassentüren nachträglich Pilzkopfverriegelungen einzubauen. „Die lassen sich bei Kunststoff- und Holzfensterm problemlos nachrüsten. Die Pilzköpfe am Fensterflügel verhaken sich im geschlossenen Zustand im Fensterrahmen und verhindern so, dass das Fenster aufgehebelt werden kann. Von 57.000 installierten Systemen wurde noch keines überwunden“, zitiert Schirrmacher die Kriminalstatistik. Und wenn die Diebe einfach die Scheiben einschlagen? „Glasangriff ist mit vier bis acht Prozent aller Einbrüche die unbeliebteste Methode der Einbrecher. Sie scheuen den Lärm und die Verletzungsgefahr.“ Glas geht in 90 Prozent der Fälle nur zu Bruch, wenn Einbrecher die meist nicht verschlossenen Griffe von Fenstern und Terassentüren zum Ziel haben. Daher sind diese bei Schirrmacher immer abschließbar.

Je zeitaufwendiger sich ein Einbruchsversuch gestaltet desto wahrscheinlicher ist es, dass die Diebe zu einer einfacheren Einbruchsmöglichkeit weiterziehen. Nicht zuletzt deshalb hat sich Schirrmacher auf mechanische Diebstahlsicherungen spezialisert. „Das ist verlässlicher als eine Alarmanlage“, sagt er, „Die Diebe wissen genau, dass die Reaktionszeit der Polizei nicht ausreicht, um sie auf frischer Tat zu ertappen.“ Schirrmachers Sicherungssysteme sind sowohl vom Verband der Versicherer VDS, als auch vom Prüfinstitut IFT zertifiziert. Das Nachrüsten für ein durchschnittliches Fenster kostet 260 bis 290 Euro. Grundsätzlich seien Bestandsaufnahme vor Ort und ein Angebot kostenfrei, betont er. Wer sich weiter informieren möchte, kann die Ausstellungsräume in Nümbrecht besuchen oder einen Beratungstermin vereinbaren.

Leicht erreichbare Fenster und Terrassentüren sind das Ziel von 80 Prozent aller Einbrüche. Auch Dachfenster mit Steighilfen sind gefährdet. Liegt gar eine Leiter herum? Zugänge über Garagen, Keller und Lichtschächte sind oft nachlässig gesichert.

Leicht erreichbare Fenster und Terrassentüren sind das Ziel von 80 Prozent aller Einbrüche. Auch Dachfenster mit Steighilfen sind gefährdet. Liegt gar eine Leiter herum? Zugänge über Garagen, Keller und Lichtschächte sind oft nachlässig gesichert.