Speisen wie König Wilhelm

BERGISCH GLADBACH Susanne Bonenkamp saß in der Berliner U-Bahn, als ihr eine Eingebung kam. Die Kulturreferentin des Rheinisch- Bergischen Kreis hatte im Staatsarchiv recherchiert, wo ihr unverhofft Dokumente des Besuchs von König Friedrich Wilhelm IV in Odenthal-Altenberg von 1847 in die Hände fielen. Darunter befand sich eine genaue Beschreibung des Empfangsbanketts. In Kooperation mit der Thomas-Morus-Akademie entstand daraus ein Kultur-Dinner, bei dem das Menü 1:1 verköstigt werden kann. „So werden historische Daten am besten anschaulich gemacht“, sagt Bonenkamp.

Das Dinner ist Teil der Veranstaltungsreihe „200 Jahre Preußen in Rhein-Berg.“ Es werden acht bis neun Gänge serviert, die getreu dem historischen Protokoll von Musik untermalt werden. Zwischendurch informieren Exkurse beispielsweise über die Schwierigkeiten des Reisens im 19. Jahrhundert.

„Altenberg erhielt damals den Vorzug vor Köln, weil man dort ein demokratisches Aufbegehren des Volkes gegen seinen Monarchen befürchtete“, erklärt Bonenkamp. Die Juli-Revolution in Frankreich bestätigte 1848 die Sorge. Die Sicherheit des Königs war wichtig. Dadurch, dass er der erste König war, der sich mit der damals neuartigen Technik fotografi eren ließ, war sein Konterfei viel bekannter. III

Donnerstag 17. September, 19 Uhr, Thomas-Morus-Akademie, Anmeldung: 02204-408472

Sebastian Last war bis April 2016 verantwortlicher Redakteur beim Bergischen Boten und schreibt jetzt als Freier Mitarbeiter. Er hat an der Deutschen Sporthochschule Köln sein Diplom in Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medien & Kommunikation gemacht. Er wohnt in Benrath und schlägt in der Freizeit so oft es geht für seinen Badmintonverein STC BW Solingen auf.