Musical-Projekt Oberberg zeigt „Märchenzeit“

Gummersbach Der dunkle Herrscher Sauron aus „Der Herr der Ringe“ trifft auf das tapfere Schneiderlein. Ein sehr abgedrehter gestiefelter Kater teilt sich die Bühne mit dem Bösen Wolf. Da es Märchen in allen Kulturen und in vielen Facetten gibt, lag es für Autor Martin Kuchejda nahe, verschiedene Märchen und moderne Fantasiegestalten zu einem satirischem Musical zusammenzufügen – ein Kompilation.  Die Halle 32 wird dadurch erstmals zur Guckkastenbühne. „Märchenzeit“ ist die dritte Produktion, die das Musical-Projekt Oberberg (MPO) dort aufführt.

Die Handlung: Hans Glück, der Protagonist, tritt auf der Suche nach einem magischen Tuch durch einen ebenso magischen Spiegel in die Märchenwelt. Dort trifft er nach und nach verschiedene Figuren und Bösewichte. „Es sind verrückte Begegnungen, zum Beispiel mit dem weißen Hasen aus Alice im Wunderland. Sogar eine Gummersbacher Märchenfigur taucht auf“, so die Regisseure Martin Kuchejda und Sabrina Schultheis. „Das Stück ist für Kinder und kindliche Gebliebene geeignet.“ Hans Glück wird – mangels männlicher Darsteller – von Sophie Krieschik und Mara Bitterfeld gespielt. Beide wurden in der Musicalschule ausgebildet. Die erste Fassung dieser Märchen-Collage wurde 2007 als Theaterstück an der Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch aufgeführt.

Die Musik (Ltg. Joachim Kottmann) ist eine Zeitreise durch 50 Jahre Pop- und Rockgeschichte: von „Girls Just Want to Have“ bis Alicia Keys‘ „Fire“-Hymne. Zwei eigene Songs des MPO sind darunter. Die vierköpfige Rockband sucht der Zuschauer man allerdings vergebens. Sie sitzt in einem Nebenraum. Joachim Kottmann verspricht sich dadurch eine besser abgestimmte Lautstärke: „Der Steinboden der Halle 32 trägt den Klang extrem weit. Besonders das Schlagzeug ist dann sehr dominant. Das wollen wir durch das separate Abmischen des Tons in den Griff bekommen.“ Es wirken außerdem der Chor „Chorwärts“ der Musikschule und Kinderdarsteller der Musicalschule Gummersbach mit.

Vom Team der gelungenen Titanic-Produktion 2014 sind unter anderem Choreografin Hannah Ludemann und Kostümbildner Carlo Schneeweis wieder mit an Bord. Schneeweis investierte über 500 Arbeitsstunden in die eigens für das Stück designten und maßgeschneiderten Kostüme. „Ich habe mich an den originalen Abbildungen im Märchenbuch der Brüder Grimm von 18547 orientiert. Sogar ein wandelbares Kostüm – vom hässlichen Entlein – ist dieses Mal dabei.“ Schneeweis studiert mittlerweile Modedesign in Köln und spielt in „Märchenzeit“ den temperamentvollen gestiefelten Kater aus „Shrek“. Die Choreografie setzt sich aus Solo- und Ensemble-Nummern zusammen. „Nur am Ende wird es eng auf der Bühne“, sagt Hannah Ludemann. 50 Menschen wirken vor und hinter der Bühne an dem Stück mit. Die Vorbereitungen auf die Premiere laufen seit einem Jahr. Für April 2016 sind bereits drei weitere Vorstellung geplant.

Die Produktionen des Musical-Projekt-Oberberg werden seit vielen Jahren von der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt und der AggerEnergie unterstützt. „Unser Engagement ist nie enttäuscht worden“, betont Sparkassen-Vorstand Frank Grebe. „Wir sehen es als unsere Pflicht, die wir sehr gerne erfüllen, regionale Institutionen wie das Musical-Projekt Oberberg zu fördern“, ergänzt Peter Lenz von der AggerEnergie.

Parallel zur Musical-Aufführung eröffnet im Südfoyer der Halle 32 eine Pop Art Ausstellung der Kunstwerkstatt für Kinder und Jugendliche. Schüler im Alter von vier bis zwölf Jahren orientierten sich mit ihren Kunstwerken zum Beispiel an den Zahlenbildern von Jasper Johns oder Andy Warholes Fotomontagen. III

Märchenzeit:
Freitag 11. September, 20 Uhr,
Samstag 12. September, 19 Uhr, Halle 32, Gummersbach

Pop Art Ausstellung:
Freitag 11. September, 14 Uhr, Vernissage. Bis 19. Oktober. Südfoyer, Halle 32, Gummersbach

 

Sebastian Last war bis April 2016 verantwortlicher Redakteur beim Bergischen Boten und schreibt jetzt als Freier Mitarbeiter. Er hat an der Deutschen Sporthochschule Köln sein Diplom in Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medien & Kommunikation gemacht. Er wohnt in Benrath und schlägt in der Freizeit so oft es geht für seinen Badmintonverein STC BW Solingen auf.