Zweimal sieben für Berlin

Der Plenarsaal des Deutschen Bundestag: Wer Ober- und Rhein-Berg hier in Zukunft vertritt, bestimmen die Wähler am 24. September.

Ober- und Rhein-Berg Jeweils sieben Kandidaten gehen in Rhein- und Oberberg ins Rennen um das Direktmandat bei der nächsten Bundestagswahl. Die findet am 24. September (im Rheinisch-Bergischen Kreis zeitgleich mit der Wahl des neuen Landrates) statt. Dabei bildet jeder Landkreis auch genau einen Wahlbezirk – anders als bei der Landtagswahlen vor wenigen Monaten, als jeder Landkreis aus zwei Bezirken bestand und Radevormwald im oberbergischen Norden zur Wahlkreis Remscheid gehörte.

Zugelassen werden Kandidaten dann, wenn sie von einer Partei aufgestellt werden, die im Bundestag oder in einem Landtag vertreten ist. Wer das nicht erfüllt, muss eine bestimmte Zahl von Unterstützerunterschriften vorweisen. Dies betrifft in diesem Jahr aber nur Felix Staratschek, der in Oberberg für die Partei „Christlich ökologische Politik für Familie, Arbeit und Umwelt“ antritt. 200 Unterschriften reichten für die Zulassung. Joachim Orth, der in Rhein-Berg die „Freien Wähler“ vertritt, benötigt keine Unterschriften, weil die Partei in Bayern dem Landtag angehört.

Gewählt wird am 24. September nach dem Prinzip des personalisierten Verhältniswahlrechts, jeder Wähler darf zwei Stimmen abgeben: Die erste geht an einen der Kandidaten vor Ort, die zweite an die Liste einer Partei. Der Kandidat, der im jeweiligen Wahlkreis die meisten Stimmen bekommt, sitzt sicher im neuen Bundestag. Das Verhältnis aller Zweitstimmen bestimmt die Mehrheitsverhältnisse im neuen Parlament.

In Rhein-Berg treten Dr. Hermann-Josef Tebroke (CDU), Nikolaus Kleine (SPD), Maik Außendorf (Grüne), Lucie Misini (Linke), Christian Lindner (FDP), Dr. Roland Hartwig (AfD) und Joachim Orth (Freie Wähler) an. In Oberberg Dr. Carsten Brodesser (CDU), Michaela Engelmeier (SPD), Michael Braun (Grüne), Diyar Agu (Linke), Jörg Kloppenburg (FDP), Stefan Zühlke (AfD) und Felix Staratschek (Christlich ökologische Politik für Familie, Arbeit und Umwelt).

Sicher ist jetzt schon, dass weder in Rhein- noch in Oberberg der jeweilige „Titelverteidiger“ gewinnen wird. Denn sowohl Wolfgang Bosbach, der den Rheinisch-Bergischen Kreis bisher in Berlin vertreten hat, als auch der Oberberger Klaus-Peter Flosbach treten nicht erneut an. Bundestagserfahren sind hingegen die oberbergische SPD-Frau Michaela Engelmeier, die bei der letzten Wahl über die Landesliste in den Bundestag einzog. Und FDP-Chef Christian Lindner, der als Wermelskirchener in Rhein-Berg antritt und 2009 bis 2012 schon im Bundestag saß.

Geöffnet haben die Wahllokale am 24. September von 8 bis 18 Uhr, per schriftlicher Wahlbenachrichtigung informiert die jeweilige Gemeinde die mehr als 400.000 Wahlberechtigten in den beiden Kreisen, wo sie ihre Stimme abgegen können. Und nahezu alle Kommunen suchen noch Wahlhelfer, die Dienst in den Wahllokalen tun und an der Auszählung mitwirken. Infos gibt es in den jeweiligen Rathäusern.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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