Regionale Marke stellt sich neu auf

Bäcker Mario Fritzen ist Teil von Bergisch Pur. Neuer Geschäftsführer wird Carsten Sauer. Unterstützung gibt es von Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke und von Frank Herhaus und Christiane Mattil von der Biologischen station.

Bergisches Land „Bergisch Pur“, die Marke für Lebensmittel aus der Region, stellt sich neu auf. Äußeres Zeichen: Die Gestaltung der Produktverpackungen und des Logos ändern sich und neue Produkte sind in der Planung. Doch auch bei den Strukturen hinter der Marke hat sich einiges getan.

Arbeiteten die Hersteller bisher eher lose in einer GbR zusammen, übernimmt das Tagesgeschäft nun eine extra gegründete GmbH. Inhaber der Markenrechte ist aber ein Verein, dem neben den Erzeugern, die teils auch Gesellschafter der GmbH sind, auch Privatpersonen, Organisationen wie die Biologische Station und der Rheinisch-Bergische und Oberbergische Kreis als Mitglieder angehören. Gewinne aus der GmbH fließen dann dem Verein zu.

Als erstes Produkt im neuen Design kommt dieser Tage der Honig von „Bergisch Pur“ in die Läden. Statt wie bisher eine stilisierte bergische Landschaft steht nun das Produkt, in diesem Fall eine Honigwabe, im Mittelpunkt des Etiketts. Daneben prangt das neue Logo, das der bekannten Ortsmarke aus „google maps“ nachempfunden ist. „Wir kommen von hier und das wollen wir auch deutlich zeigen“, sagt Carsten Sauer, der die Geschäftsführung der neuen GmbH übernommen hat.

Für Sauer, seit vielen Jahren in Marketing und Vertrieb unterwegs und früher Manager des VfL Gummersbach, auch eine Herzensangelegenheit: „Es ärgert mich, wenn ich sehe, was im Supermarkt alles als regional verkauft wird.“ Der Begriff werde einfach inflationär benutzt – umso wichtiger sei es für „Bergisch Pur“, sich davon abzugrenzen. Schließlich sei man ein Vorreiter für echte regionale Produkte.

Schon 1998 haben sich die ersten Erzeuger und Hersteller unter dem Dach von „Bergisch Pur“ zusammgeschlossen, heute sind fast 60 Unternehmen beteiligt. Mit dem Interesse der Verbraucher wuchs auch das Projekt. Die Strukturen blieben aber die alten, die Arbeit lag in den Händen von Ehrenamtlrn. Auch deswegen seien die Neuerungen notwendig gewesen. Und weil Handel und Kunden dies verlangt hätten.

Nach und nach soll nun das neue Design Einzug halten. Außerdem möchte Carsten Sauer neue Absatzwege erschließen, spricht mit Großversorgern wie Schulen, Firmenkantinen und Krankenhäusern. Und auch über neue Produkte denke man nach, sagen die Verantwortlichen. Schließlich seien Teile des Portfolios auch bald 20 Jahre alt.

Unterstützung gibt es unter anderem vom Rheinisch-Bergischen Kreis. Eine Marke wie „Bergisch Pur“ sei identitätsstiften für die Region, sagt Landrat Dr. Hermann-Josef Tebroke. „Außerdem können wir damit die komplette Wertschöpfung in der Region halten, vom Korn über die Mühle bis zum Brot. Und bis zum Honig auf dem Brot.“  Nebenbei habe der Verbraucher auch noch etwas davon. „Die Produkte schmecken nämlich richtig gut.“

Und helfen der Umwelt. Die Erzeuger bei „Bergisch Pur“ haben sich verpflichtet, etwas für den Naturschutz zu tun. Neu ist, dass jedem Produkt eine konkrete Maßnahme zugeordnet wird. Und dass diese auch auf dem Produkt kommuniziert wird. Die Imker, die den Honig an „Bergisch Pur“ liefern, engagieren sich zum Beispiel für Wildbienen, indem sie Nistmöglichkeiten für die Tiere schaffen.

Das neue Logo wurde den Ortsmarken von "googles maps" nachempfunden.

Das neue Logo wurde den Ortsmarken von „googles maps“ nachempfunden.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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