Gastro-Tipp: Mein Burger brennt!

Gummersbach Raus aus der Provinz, rein ins Kunstwerk, dem Burgerladen mit städtischem Flair auf dem Steinmüllergelände. Die große Außenterrasse mit Blick auf die hinter der Uni untergehende Sonne, Schwalbe-Arena und einen freien Platz, der seinen Namen noch verdient hat, ist gerammelt voll. Trotzdem habe ich mein Kölsch nach fünf Minuten. Die Szene ist überwiegend jung, die Kellnerinnen sind blond und in einheitliche schwarze Hotpants gekleidet. Ein iPhone in der Hand um die Bestellung per App aufzunehmen. Nach 26 Minuten liegt der „Brandbeschleuniger“-Burger vor mir, mit Süsskartoffelpommes und Currymayo. Die Bedienung träufelt aus ihrer Pipette etwas Brennbares über den Roggen-Bun und zündets an. Sakra, schnell das iPhone raus und Photo machen, zu spät. „Jetzt ausblasen“, sagt sie, „drei Sekunden sind rum“. Ich seh was sie meint, das Brötchen kokelt schon.

Auf die Hand und kräftig zubeißen sind eins. Herrlich saftig, reichlich Barbecue-Sauce und durch statt roh. Ja, das rockt. Ich vermisse die Schärfe der Jalapenos. Die lang geschnittenen Süßkartoffelpommes passen perfekt. Der kleine Salat mit zurückhaltender Yoghurtsauce überrascht mit nussigem Rucola zwischen Eisbergsalatblättern und Möhrenschnitz. Dazu ein Peters und der Sonnenuntergang ist perfekt. Meine Begleitung hat mit dem Mangocamola-Burger weniger Glück. Wo ist die Mango? Wo die Guacamole? Das Hähnchenfleisch ist perfekt durch aber einfach kein geeigneter Burgerbelag, es bleibt schlicht zu trocken. Auf unsere „Virgin Mary“ warteten wir vergebens: „Die Bar hat keinen Tabasco mehr“.Die „tolle“ iPhone App hat´s uns trotzdem berechnet.

Was lernen wir daraus? Toller Laden für Provinzmüde, denen das Kölner „Hans im Glück“ zu weit ist. Nachrechnen, wenn die Hotpants kommen. Und ein idealer Platz für den Sonnenuntergang. Drinnen auch bei Regen spannend, Industrialdesign mit sechs Meter hohen Decken und riesigen Kronleuchtern. Kosten 35,- Euro für zwei Burger mit Pommes nebst Kölsch.

Kunstwerk, Steinmüllerallee 5, 8-23 Uhr, www.kunstwerk-restaurant.de

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Paul Kalkbrenner ist Herausgeber des Bergischen Boten. Der gelernte Schriftsetzer studierte in Köln Visuelle Kommunikation und arbeitete als Designer, Fotograf und Redakteur unter anderem für Musikexpress, Prinz und die Autozeitung.
In den 90er Jahren war er mit seiner Merchandising-Firma und T-Shirts wie „Keine Macht den Doofen“ erfolgreich. 2008 gründete er den Bergischen Boten. Er entspannt sich bei Gartenarbeit und ist leidenschaftlicher Musikfan. Er wohnt mit seiner Familie in Kürten.

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