Bergisch Gladbach will „Digitale Stadt“ werden

Bergisch Gladbach Bergisch Gladbach wird sich um den Wettbewerb „Digitale Stadt“, den der Deutsche Städte- und Gemeindebund gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom ausgerufen hat, bewerben. Das hat Bürgermeister Lutz Urbach am Rande des Neujahrsempfang der Stadt bekannt gegeben. Zugelassen für den Wettbewerb sind nur Kommunen zwischen 100.000 und 150.000 Einwohnern. Die Stadt, die letztendlich den Zuschlag bekommt, erhalte die Chance, als „europaweit einzigartige digitale Modellstadt“ ausgebaut zu werden, so die beiden auslobenden Verbände.

Geplant sei eine zweijährige Finanzierung und fachliche Begleitung der ausgewählten Musterstadt, heißt es in einer Mitteilung. Eine Selbstbeteiligung der Stadt sei nicht erforderlich. „Während dieser Betriebsphase ist der Fluss von Mitteln bzw. Werten in zweistelliger Millionenhöhe vorstellbar. Im Wesentlichen stellen dabei Unternehmen, die in der bitkom organisiert sind, ihre Technologie zur Verfügung und schaffen dadurch ein digitales Netzwerk mit dem Ziel, möglichst effiziente und bequeme, aber auch bürgernahe und umweltfreundliche Lösungen für Infrastruktur und Dienstleistungen zu entwickeln“, so die Mitteilung. 19 Firmen hätten bereits ihre Teilnahme zugesagt, unter ihnen Global Players wie SAP oder Deutsche Telekom, aber auch aufstrebende innovative Unternehmen. „Vorstellbar sind Programme zur Verkehrslenkung, Stauvermeidung, Parkplatzsuche, Fahrkartenbuchung, Vergabe von Arztterminen oder Schul- und Kindergartenplätzen, Einrichtung von umfassenden digitalen Bürgerdiensten und  vielem mehr.“

„Wir haben eine gute Chance, die sollten wir uns nicht entgehen lassen“, so Bürgermeister Lutz Urbach, der im Einvernehmen mit seinem Verwaltungsvorstand entschieden, an dem Wettbewerb teilzunehmen. „Wir bringen gute Voraussetzungen mit, und viele Probleme, über die wir uns heute tagtäglich ärgern müssen, könnten wir als digitale Musterstadt mildern oder sogar beseitigen.“

Um die Bewerbung möglichst erfolgreich zu gestalten, ruft der Bürgermeister zum Mitmachen auf. „Diese Aufgabe kann die Stadtverwaltung natürlich nicht alleine stemmen; dazu bedarf es einer umfassenden Kooperation der Kräfte in unserer Stadt“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Der Bürgermeister wende sich deshalb an alle Akteure, die hier konstruktive Beiträge leisten können: „Dazu zählen Unternehmen aus dem Bereich der Datenverarbeitung, aber auch kommunale Verkehrsbetriebe, Ärzte und Krankenhäuser, Kultur- und Bildungseinrichtungen aller Art, der Einzelhandel, Vereine und Verbände sowie letztendlich alle engagierte Bürgerinnen und Bürger einschließlich der Kommunalpolitik.“

Dazu braucht die Stadt im ersten Schritt auch und vor allem so genannte Unterstützerschreiben, einen Vordruck dafür gibt online, fertig ausgefüllt könne die Schreiben an digitalestadt@stadt-gl.de geschickt werden. Wie die Stadtverwaltung mitteilt sind bisher zahlreiche Nachrichten, darunter auch Anregungen und Vorschläge, zum Thema eingegangen. Zunächst gehe es aber darum, die Bewerbung erfolgreich zu gestalten.

Die Bewerbungsfrist ist kurz: Bereits am 15. März müssen die Unterlagen eingereicht sein. Die Gewinnerstadt und weitere platzierte Städte sollen im Rahmen des Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung am 12./13. Juni 2017 vorgestellt bekanntgegeben werden.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.