Wipperfürth wird zur „Smart City“

Margret Wittfeld vom Geschenkhaus Waldmann macht es vor: Mit dem Smartphone zu den Sonderangeboten.

Wipperfürth Die neuen Straßenlaternen, die in der frisch sanierten Unteren Straße in Wipperfürth seit kurzem stehen, sehen nicht nur chic aus – in Ihnen steckt jede Menge Technik, die sie zum Herzstück des Wipperfürther Smart-City-Projekts machen. Die Firma Osram, Mutterkonzern des Wipperfürther Unternehmens Radium, hat die Hansestadt als Standort für ein Pilotprojekt ausgewählt. Zusammen mit der Stadt und dem Energieversorger BEW wird  hier an der Realisierung einer der ersten Smart Citys, also intelligenten Städte, in der Republik gearbeitet. Damit soll Wipperfürth als Vorbild für andere Städte dienen.

Neben der eigentlichen Leuchteinheit, mit 14 Watt übrigens extrem sparsam, verfügt jede der 20 neuen Laternen über eine individuell ansteuerbare LED-Einheit und einen Bluetooth-Sender. So können in der Innenstadt bestimmte Lichtstimmungen erzeugt werden. „Zum Weihnachtsmarkt könnte man die City zum Beispiel in ein warmes Rot tauchen“, schlägt Andreas Pickelein vor. Der gebürtige Wipperfürth ist bei Osram für das Projekt verantwortlich. „In jeder Lampe steckt ein RGB-Modul“, erklärt er. RGB steht für Rot, Gelb und Blau – daraus lassen sich alle anderen Farben bei Bedarf mischen.

In dem matt-weißen Ring unter der eigentlichen Leuchte stecken sowohl das RGB-Modul als auch der kleine Sender.

In dem matt-weißen Ring unter der eigentlichen Leuchte stecken sowohl das RGB-Modul als auch der kleine Sender.

Sehr spannend  findet Pickelein auch den kleinen Sender in den Leuchten. Das System namens „Einstone“ sendet ein Signal, das von Smartphones genutzt werden kann. Zum Beispiel so: Das Mobiltelefon empfängt die Information, dass man in der Nähe eines bestimmten Geschäfts ist. Dies nutzt eine App, um das aktuelle Angebot dieses Geschäfts  abzurufen und auf dem Display anzuzeigen. Das soll die WippApp übernehmen, die derzeit überarbeitet wird. „Für so etwas bieten sich Straßenleuchten als Standort an“, sagt Pickelein, denn diese seien „relativ sauber gerastert“ in der Innenstadt verteilt. Außerdem steht Strom zur Verfügung.

Wichtig: Das System zeichnet nichts auf. „Wir senden nur, wir empfangen nichts“, sagt Pickelein. So müsse man sich nicht um den Datenschutz sorgen.

„Das wird sehr spannend“, verspricht Andreas Pickelein. Wipperfürth habe die Chance ergriffen, eine Vorreiterrolle beim der Umsetzung von Smart City Technologien und Aktivitäten zu übernehmen. Und auch die BEW als Betreiber der Anlage, kann einmal mehr ihre Innovationsfähigkeit unter Beweis stellen, so wie man auch bei Thema E-Mobilität ganz vorne mit dabei ist. Beides ließe sich in Zukunft übrigens auch verbinden. „Die Smart City Funktionen kann man theoretisch ausweiten und für alles Mögliche nutzen“, sagt Pickelein. W-LAN, Umweltsensoren oder auch Unterstützung bei der Parkplatzsuche.

 

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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