KuLaCaching: Schnitzeljagd in ganz modern

Leichlingen Die Schatzsuche hat ein Ende. Jan Spiegelberg von der Biologischen Station zieht ein kleines Plastikröhrchen aus dem Boden der Leichlinger Streuobstwiese, darin ein Zettel mit einem QR-Code und allgemeinen Infos über Geocaching und „Kultur.Landschaft.Digital“, kurz „Kuladig“. Dieser kleine Zettel ist also der Lohn aller Mühe. Dafür sind wir also nun die ganze Zeit hier durch die Gegend gelaufen. Nun ja, so funktioniert Gecaching nunmal.

Geocaching wird immer beliebter. Mit Hilfe von Koordinaten und einem GPS-Gerät sucht die Cacher-Community nach immer neuen „Caches“ – so wie unserem kleinen Zettel. Eine digitale Schnitzeljagd, mit der gleichen Technik, die auch unserer Navis im Auto nutzen.

Doch zunächst zurück nach Leichlingen: An einem sonnigen Vormittag versammeln sich erfahrene Geocacher auf dem Parkplatz am Pastorat, um abermals auf Schatzsuche zu gehen. Und mittendrin ich, ein kompletter Anfänger. Ich bekomme ein eigenes GPS-Gerät, darum hatte ich vorher gebeten, noch ohne GPS-Daten. Die Kartenansicht erinnert an ein Pkw-Navi.

Unter der Führung von Tobias Mika von der Biologischen Station setzt sich die Meute in Bewegung. Immer wieder machen wir Zwischenstopps, Mika erklärt die Natur und Pflanzen um uns herum. Wir begutachten die erste Infotafel, weiter geht es in den Wald. Es geht bergauf, der Anstieg ist nicht immer einfach. Die Sonne scheint durch die Äste, wir kommen dem Waldrand näher.

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Endlich bekomme ich von Jan die Daten für den zu findenden Cache.  Ich folge dem Pfeil auf dem Gerät. Jan grinst mich an: ‚“Ich bin gespannt, ob du das findest.“ Der Ehrgeiz hat mich gepackt. Noch 83 Meter bis zum Ziel. Der Weg führt aus dem Wald auf die Streuobstwiese. Noch 60 Meter, 37, 15 und das Ziel ist erreicht. Wir stehen vor einer Infotafel. Für die erfahrenen Cacher ist dieser Moment schon Routine. Für mich nicht. Ich suche den „Schatz“. Das Gerät ist nicht auf den letzten Meter genau. Er wird das Ding doch nicht irgendwo im Gras versteckt haben? Jan erlöst mich Ratlosen und zieht das Röhrchen aus einem Loch am Boden der Infotafel.

Die Exkursion war Startschuss für das Projekt „KuLaCaching“, einer Kooperation von BSR und Landschaftsverband Rheinland (LVR). Mehr als 20 Geocaches werden demnächst im Oberbergischen und Rheinisch-Bergischen Kreis verteilt. Normalerweise sind Caches kleine Gegenstände, die man in Tupper- oder Filmdosen am Ziel versteckt. Wird er gefunden, tauscht der Finder den Gegenstand gegen einen anderen vom gleichen Wert aus. Und man registriert sich online, so steigt man in einer Rangliste auf.

Die Caches der Biologischen Station sind Multicaches. Das heißt, die Routen, die zu diesen Caches leiten, führen an verschiedenen Infotafeln vorbei. Auf diesen Tafeln befinden sich Fakten zur einheimischen Naturlandschaft. Zum Abschluss gibt es eine Frage mit drei Antwortmöglichkeiten dazu. Jeder Antwortmöglichkeit ist eine Zahl zugeordnet. Habe ich alle Infotafeln gemeistert, ergeben sich aus den Zahlen die Koordinaten für den Cache.

Antwortet man falsch, hat man die falschen Koordinaten. Ohne es zu merken, kann ich voller Elan in die falsche Richtung laufen. Jan beruhigt mich: Die Fragen sollen nicht schwer zu beantworten sein. Zur Not pfusche ich und nehme mein Smartphone zur Hilfe. Wenn schon moderne Technik, dann auch richtig!

Hinter  dem Projekt „KuLaCaching“ steckt noch mehr als digitale Schnitzeljagd. Es geht um die Verbindung von Natur und Kultur, wie Christoph Boddenberg vom LVR es beschreibt. Auf den Zetteln, die in den Caches versteckt sein werden, befinden sich QR-Codes, die auf die Seite www.kuladig.lvr.de weiterleiten. Auf dieser Seite bündelt der LVR alles rund um die Bergische Kulturlandschaft. Ich ziehe mein Smartphone aus der Tasche und es funktioniert.

Die 20 Caches, die die Biologische Station im Bergischen verteilt hat, findet man ab sofort unter dem Profil von „Kulacaching“ auf geogaching.com.