Ganz in Weiß

Tolle Veranstaltung vor toller Kulisse: Der Konrad-Adenauer-Platz bot das richtige Ambiente für das erste Gladbacher White Dinner.

Irgendwie bekommt man Roy Black bei diesem Anblick nicht mehr aus dem Kopf. Schließlich war es ja gerade der Mann, dessen Künstlername bekanntlich „schwarz“ bedeutet, der sich in seinem größten Hit eine Dame „ganz in Weiß“ erträumte. An diesem Samstagabend vor dem Bergisch Gladbacher Rathaus müsste er also seine helle Freude gehabt haben. Fast einhundert Menschen tummeln sich hier, mehrheitlich Frauen, und alle komplett in weiß gekleidet.

Es ist das erste White Dinner in Bergisch Gladbach. Diese White Dinner, oder auch Dîner en blanc, haben eine lange Tradition. Angeblich gehen sie auf die Geburtstagsfeier eines Franzosen zurück, die so groß wurde, dass der Gastgeber sie kurzerhand in einen öffentlichen Park verlegte. Das war 1988. Seither treffen sich überall auf der Welt private Gruppen an öffentlichen Plätzen zu einem Picknick. Dabei ist der Name Programm: Von der Kleidung bis zum Tischtuch sollte alles weiß sein – nur die mitgebracht Speisen und Getränke dürfen etwas bunter aussehen.

Eingeladen zur ersten Ausgabe in der Kreisstadt hatten der Verein „Wir für Bergisch Gladbach“ und die Agentur Strothmann. Deren Inhaberin Elke Strothmann hatte zusammen mit Ihren Mitarbeitern die Idee entwickelt und die Organisation übernommen. „Wir dachten, die Stadt könnte ein neues Format vertragen“, so Strothmann. Und so begannen bereits im Februar die ersten Planungen.

Dass dieser Gedanke überaus richtig war, zeigte der große Zuspruch an Teilnehmern, die nicht nur aus Bergisch Gladbach kamen. Kleine und große Gruppen, teils mit Kindern, waren zum Konrad-Adenauer-Platz gekommen. Darunter auch Eva Günther, die zusammen mit 14 Freundinnen ihren Geburtstag (nach-)feierte. „Ich habe davon gelesen und wollte unbedingt mitmachen“, erzählt Eva Günther. Also lud sie ihre „Mädels“ einfach ein. „Ich habe vorher schon meinen Geburtstag gefeiert – aber das hier ist der krönende Abschluss.“

Ähnlich positiv auch das Fazit von Holger Heppert und Djam Mohebbi, die mit Freunden und Nachbarn am anderen Ende des Platzes feierten: „Das ist wirklich gelungen“, so Heppert. Während Djam Mohebbi mit einer ausladenden Geste zum Rathaus hinzufügt: „Klar, bei so einer Kulisse.“

Klar auch, dass das nach einer Fortsetzung schreit. Die werde es auch geben, versichert Elke Strothmann. Nächstes Jahr, wieder im Sommer. Nur der Ort steht noch nicht fest, aber der wird bei einem White Dinner traditionell sowieso erst kurz vorher verraten.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.