Boelongan – Gamelan trifft Jazz

Wermelskirchen Das Projekt des Kölner Künstlers Hartmut Zänder trägt den Namen des niederländischen Dampfers Boelongan, der am 19. Januar 1942 vor der Küste Sumatras auf die letzten Schiffbrüchigen des Frachters Van Imhoff traf. Dieser war kurz zuvor von einer japanischen Fliegerbombe versenkt worden. Da es sich bei den Schiffbrüchigen jedoch „nur“ um deutsche Kriegsgefangene handelte, drehte die Boelongan kurzerhand ab und überließ die Unglücklichen ihrem Schicksal. Unter den fast 500 Opfern befanden sich der Musiker und Maler Walter Spies und Werner Wohl, der Sohn des vor den Nazis nach Java gefl ohenen jüdischen Arztes Kurt Wohl aus Wermelskirchen. Er wollte dort Hartmut Zänders Großtante Cläre heiraten.
Neben Auszügen aus Cläres Gestapo-Akte und Briefen aus dem Kölner Walter Spies Archiv verwendet Hartmut Zänder – Großneffe von Kurt und Cläre Wohl – Elemente aus javanischem und balinesischem Gamelan, komponiertem und freiem Jazz, Film und Schattenspiel. Er erzählt auf dichte und persönliche Weise die Geschichte seiner Verwandten und erinnert so auch an das Schicksal heutiger „Boat People“. Kurt und Cläre Wohl lebten bis in die späten 50er Jahre in Indonesien im Exil und kehrten dann nach Wermelskirchen zurück, wo sie eine Wohnung in der Dürholt’schen Villa an der Dabringhauser Straße bezogen.
Sonntag 6. Dezember, 16 Uhr, Kirche Hünger, Hünger 65