Rheinlandtaler für Stefan Blumberg

Lindlar Dem Preisträger Stefan Blumberg ging die Auszeichnung sichtlich ans Herz. Mit feuchten Augen nahm der Lindlarer den Rheinlandtaler des Landschaftsverbands Rheinland (LVR) von der stellvertretenden Vorsitzenden Karin Schmitt-Promny entgegen. Der 64-jährige Blumberg leitet seit 20 Jahren die Geschicke der Sankt Reinoldus-Steinhauergilde. Unter ihm begann die Mundart-Theatergruppe zu florieren. Früher gab es Nachwuchsmangel. „Heute können wir den Zulauf oft nicht befriedigen, weil es nicht so vielen Rollen in unseren Stücken gibt“, freut sich Blumberg. „Die Auszeichnung ist ein Ansporn, weiter zu machen!“ Die Ehrung fand in Gut Dahl im LVR-Freilichtmuseum statt, wo die Komödien regelmäßig zu Jahresbeginn aufgeführt werden. Den Rheinlandtaler verleiht der LVR seit 1976 jährlich an Menschen, die sich um die Pflege und Bewahrung der rheinischen Kulturlandschaft verdient gemacht haben.

„Stefan Blumberg ist einer aus der Mitte unserer Gemeinschaft“, hielt Lindlars Bürgermeister Dr. Georg Ludwig anerkennend fest. Dank seiner akribischen Forschungsarbeiten in der Geschichte der Lindlarer Steinhauer seien die Theaterstücke auf „Lenkeler Platt“ stets innovativ, so Ludwig. Prof. Dr. Friedrich Wilke, stellvertretender Landrat des Oberbergischen Kreises, bescheinigte Blumberg tiefe Verbundenheit zu seiner Heimat und Liebe zu den Menschen: „Ihm gelingt es, Brücken zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart zu schlagen.“ Blumberg wurde in Obersteinbach geboren. Er besuchte die Volksschule in Ommerborn, wo er der Jugendtheatergruppe beitrate. Nach deren Auflösung 1966 lotste er vielen Mitspieler zur Reinoldus-Gilde. Viele Jahre leitete der dreifacher Familienvater einen Steinbruch in Lindlar und setzte sich mit dessen Geschichte auseinander. Zum 300-Jahr-Jubilläum der Steinhauergilde veröffentlichte er ein Buch über die Lindlarer Steinhauer. Im Gemeindearchiv schuf Blumberg zudem in zahlreichen ehrenamtlicher Arbeitsstunden die wesentlichen Grundlagen für eine benutzfreundliche Familienforschung für alle Bürger.

„Die Sketche in den Aufführungen stammen aus dem Alltagsleben der kleinen Leute und sind mit so vielen Leidenschaft vorgetragen, dass das Publikum oft zu Lachtränen gerührt wird“, sagte Schmitt-Promny. Gesagt, getan. Als Blumenbergs Bühnencompagnon Helmut Müller einen kleinen Schwank auf Platt vortrug, ließen die Lacher nicht auf sich warten. In Mundart – „weil es mir einfach am nächsten ist“ – hielt der Preisträger schließlich seine Dankesrede, in der er seine Ehefrau Marita besonders hervorhob: „Du hast mich dahin gebracht, wo ich bin. Eigentlich hättest du den Rheinlandtaler verdient.“ Ein Satz aus einer Rede von John F. Kennedys habe ihn ein Leben lang begleitet: Man sollte nicht überlegen was das Land für uns tun soll, sondern was wir für uns Land tun können. III

V.l.: Martia Blumberg, Michael Kamp LVR-(Freilichtmuseum Lindlar), Stefan Blumberg, Prof. Dr. Friedrich Wilke, Karin Schmitt-Promny, Werner Hütt, Dr. Georg Ludwig

V.l.: Martia Blumberg, Michael Kamp LVR-(Freilichtmuseum Lindlar), Stefan Blumberg, Prof. Dr. Friedrich Wilke, Karin Schmitt-Promny, Werner Hütt, Dr. Georg Ludwig

Sebastian Last war bis April 2016 verantwortlicher Redakteur beim Bergischen Boten und schreibt jetzt als Freier Mitarbeiter. Er hat an der Deutschen Sporthochschule Köln sein Diplom in Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medien & Kommunikation gemacht. Er wohnt in Benrath und schlägt in der Freizeit so oft es geht für seinen Badmintonverein STC BW Solingen auf.